Man sagt ja immer: “Informatiker sind Einzelgänger.” Stimmt im Normalfall aber nicht, denn um etwas großes zu schaffen, muss man im Team arbeiten. Wie bei so allem im Leben. Man denkt sich vor dem Studium: “Hach, das wird super. Neue Leute kennenlernen, zusammen mit denen lernen und Party machen.”

So, I have to tell you something: THAT'S FUCKING BULLSHIT!

Ich bin jetzt im 3ten Semester, und mir macht das studieren grade mal sowas von keinen Spaß. Im 1ten Semester war's noch ok. Man hat eine Gruppe kennengelernt, sich mit denen öfters in der Uni getroffen und gelernt. Dann kam das 2te Semester, und langsam viel einem auf, wie schnell die Leute eigentlich nach den Vorlesungen nach Hause abzischen. Und jetzt im 3ten könnte ich nur noch kotzen.

Direkt nach der Vorlesung nach Hause, bloß keine weitere Minute in der Uni mit lernen verschwenden. Das muss alles allein daheim gemacht werden! Unsere Gruppenabgaben, müssen wir (wer hätte es gedacht) in Gruppen abgeben. Das sollte ja eigentlich wie folgt laufen:

  1. Man bekommt die Aufgaben
  2. Man setzt sich in der Gruppe irgendwann (öfters) in der Woche zusammen und bearbeitet diese
  3. Man unterhält sich über die Aufgaben
  4. Jeder sollte jede Aufgabe verstanden haben, also erklärt man es sich gegenseitig
  5. Man teilt sich auf, wer was schön aufschreibt, und gibt das dann so ab.

Ja…so sollte es laufen. Aber wie sieht die Realität aus?

  1. Man bekomm die Aufgaben
  2. Man wartet bis 1 Tag vor Abgabe
  3. Man fragt seinen Partner welche Aufgaben er hat, damit man die anderen machen kann
  4. Man trifft sich in der Vorlesung, tackert die Dinger zusammen, gibt sie ab und geht.

Alternativ kann man Schritt 3 auch durch: Wir-sitzen-zwar-zusammen-und-machen-die-Aufgaben-aber-jeder-macht-eine-andere-für-ca.-2-Stunden-und-dann-geht-man-nach-Hause

Fucking Bullshit. Das pisst mich so dermaßen an.

Warum zum Teufel zieht ihr extra in eine Stadt, in der die Mieten über's Dach hinaus schießen, wenn ihr eh euer ganzes gottverdammtes Studium allein und verlassen in euerem Kämmerlein verweilt und bloß keine soziale Interaktion mit Kommilitonen außerhalb der Uni haben wollt? Macht doch einfach ein fucking Fernstudium und wohnt bei eueren Eltern, wenn ihr asoziale Arschlöcher sein wollt.

Beispiel:

Bin in einer 3er Gruppe. Man sieht sich eigentlich nur in der Vorlesung (wöchentlich), und in der Übungsgruppe (bi-wöchentlich). Ich frage in der Übung (am Donnerstag), ob wir denn in den nächsten Tagen die Aufgaben zusammen machen wollen. Antwort: “Am Montag oder Dienstag wäre gut.” Ja, ok, alles klar denkt man sich. Montag vorbei, Dienstag vorbei und keiner meldet sich bei mir. Joa, alles klar, wenn die nicht wollen, dann wollen die halt nicht. Am Dienstag Abend kommt dann eine Mail, ob wir uns denn nicht am Mittwoch zusammensetzen können, weil der eine eine Idee hat, aber sie noch nicht umgesetzt hat. “Nein, ich kann nicht. Muss lernen. Wenn ihr es nicht packt euch wie abgemacht am Montag oder Dienstag zu melden, kann ich auch nichts machen.” Der andere von den beiden hat natürlich mal wieder nichts dazu beigetragen. Meldet sich auch nie per Mail, antwortet nie auf Mails.

Beispiel 2:

Grade von den Leuten aus dem 1ten und 2ten Semester. Ich habe im 3ten angefangen mich alleine in die 2te Reihe in Vorlesungen zu setzen. 1. Weils da mehr Platz hat, und 2. weil ich echt keine Lust auf die Leute hatte, nachdem sie mich am Ende vom 2ten Semester durchgehend wegen Info gefragt haben, ich ihnen geholfen habe, aber wenn sie sich mal zusammengesetzt haben wegen Mathe, mich nicht fragten. Hinbekommen mich zu fragen warum ich denn alleine sitz, haben sie nur nach ungefähr 3 Wochen geschafft. Wie es geht und sonst was fragt man ja nicht. Ist ja zu standard. Lerngruppen bekommen sie anscheinend auch nicht hin. Oder doch? Ich weiß es ja nicht, weil mir keiner Bescheid gibt. Und das aller Beste: Sie raffen es nicht mal, wenn man es ihnen mitteilt. Leben in ihrer kleinen Welt, und ignorieren einfach alles und jeden der da nicht rein passt, in ihren 08/15 Kopf.

Von solchen Menschen will ich mich einfach fernhalten. Und ich hoffe ehrlich, dass sie das Studium nicht packen. Klingt hart, aber so ist es halt. Das Studium ist da, um seine Interessen zu vertiefen. Und wen Informatik nicht interessiert, der soll sich gefälligst ein anderes Fach suchen. In Informatik muss man kooperativ, sozial und bereit sein, außerhalb der Uni-Wände im Kreis zu hocken, und Aufgaben zu machen.

Und so läuft das immer und überall. So macht studieren einfach keinen Spaß. Nächstes Semester haben wir ein Programmierprojekt, und ich scheiß mir jetzt schon in die Hose, was für volldeppen ich wieder in die Gruppe bekomme. Ich verlange ja nicht das sie super intelligent sind, und alles auf anhieb hinbekommen, nein! Ich bin ja selbst nicht so abartig gut. Aber wenn man schon etwas studiert, dann soll man sich auch bitte gefälligst dafür interessieren und ein klein wenig Ehrgeiz zeigen. Was ist denn so schwer daran sich einfach mal nach der Vorlesung zusammenzusetzen? Oder Einfach mal Abends gechillt bei einem Bierchen am Projekt oder an Aufgaben arbeiten?

Komme ich von einem anderen Planeten? Sind solche Gedanken so merkwürdig? Warum kann ich nicht mal eine Person kennenlernen, die mit mir in eine Gruppe kommt, und nicht 20km weit weg bei Mama und Papa wohnt, oder Schweigegelübde abgelegt hat, was inter-universitäre Kommunikation angeht?

Oder ich bin einfach nur immer diese eine Person, welche nur, nur volldeppen abbekommt. So kommt's mir irgendwie schon mein ganzes Leben vor.

Naja, hab einen kennengelernt mit dem ich auch viel mach, aber in eine gemeinsame Übungsgruppe zu kommen wird praktisch unmöglich.

*sigh*